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Innovation Award EuroTier 2026

Als weltweite Leitmesse für Tierhaltungs-Profis hat sich die EuroTier als wichtigste Plattform für die Präsentation von Neuheiten etabliert. Mit der Verleihung des Innovation Awards wird diese Innovationsführerschaft unterstrichen. Der Neuheiten-Preis wird im zweijährigen Turnus anlässlich der EuroTier vergeben. 

Eine von der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) eingesetzte neutrale Expertenkommission hat aus insgesamt 176 anerkannten Neuheiten-Anmeldungen aller Sachgebiete nach strengen Kriterien die Gewinner des Neuheitenwettbewerbs ermittelt. Die Jury vergab 4 Gold- und 27 Silbermedaillen. Zwei Innovationen erhielten zusätzlich den Animal Welfare Award.

Mit dem Innovation Award in Gold wurden ausgezeichnet:

Lock GmbH SmartSolutions

(Gemeinschaftsentwicklung mit smaXtec GmbH)

SmartCalving

Halle 12 | Stand D58

SmartCalving verknüpft Tierüberwachung, Klimadaten und Stalltechnik zu einer automatisierten Abkalbelösung. Erkennt die Sensorik eine bevorstehende Abkalbung, werden eine Anpassung des Stallklimas und gegebenenfalls weitere Maßnahmen selbstständig ausgelöst. So entsteht erstmals ein intelligenter, autonom handelnder Stall mit geringerem Arbeitsaufwand.

In modernen Ställen kommt eine Vielzahl an Sensoren und digitalen Systemen zum Einsatz. Sie erfassen kontinuierlich Tier-, Klima- und Betriebsdaten, bereiten diese zu Informationen auf und stellen sie dem Anwender zur Verfügung. Dennoch bleibt ein entscheidender Schritt häufig dem Menschen überlassen: die eigentliche Handlung. Die vorhandenen Technologien arbeiten weitgehend als Einzellösungen und kommunizieren nicht miteinander. Erkennt beispielsweise ein Sensorsystem eine bevorstehende Abkalbung, muss der Landwirt selbst reagieren und entsprechende Maßnahmen im Stall auslösen. Gerade bei nächtlichen Ereignissen bedeutet dies einen hohen Arbeitsaufwand und setzt die Anwesenheit des Menschen voraus. Eine echte, intelligente Automatisierung des Stalles ist damit bislang nur eingeschränkt möglich.

Lock SmartSolutions hat nun gemeinsam mit smaXtec mit SmartCalving eine intelligente Lösung für den Abkalbebereich entwickelt, die diesen bisher fehlenden Automatisierungsschritt erstmals konsequent umsetzt. SmartCalving verbindet externe Tiersignale mit den Klimadaten des SBE Farmmanagement Systems und den vorhandenen Aktoren im Abkalbebereich, darunter Curtains, Ventilatoren und Tore. Wird über die Sensorik eine bevorstehende Abkalbung erkannt, löst das System automatisch zuvor definierte Maßnahmen aus. So wird beispielsweise das Stallklima angepasst und der Abkalbebereich in einen optimal geschützten, zugluftfreien Zustand versetzt. Nach dem Ereignis kehrt das System selbstständig in den regulären Automatikbetrieb zurück. 

Der innovative Charakter liegt in der Verbindung zweier bislang weitgehend getrennter Welten: der präzisen Tiergesundheitsüberwachung und der intelligenten Gebäude- oder Techniksteuerung. Aus einem reinen Warnsignal wird erstmals eine automatisierte Handlung. Damit wird Sensorik nicht nur zur Informationsquelle, sondern zum Auslöser eines vollständigen digitalen Prozesses. SmartCalving zeigt damit, wie aus vernetzten Einzellösungen ein wirklich intelligenter, autonom handelnder bzw. agierender Stall werden kann.


PerformaNat GmbH

PerformaNat CatiBovin

Halle 11 | Stand C27

PerformaNat CatiBovin ist ein innovatives Ergänzungsfuttermittel für Milchkühe, das durch phytogene Wirkstoffe TRP-Kanäle im Pansen aktiviert und so die Aufnahme von Stickstoff und Calcium verbessert. Dadurch steigt die Futtereffizienz, Nährstoffverluste werden reduziert und Ammoniakemissionen können gesenkt werden.

Milchkühe verursachen rund ein Fünftel der EU-weiten Ammoniakemissionen (NH₃), die überwiegend durch die Ausscheidung überschüssigen Stickstoffs entstehen und als Luftschadstoff eine zentrale Herausforderung für Tierhaltung und Umwelt darstellen. Der bisherige Ansatz, durch die Bereitstellung zusätzlicher Nährstoffe mit höheren Rohproteingehalten die Proteinversorgung hochleistender Milchkühe sicherzustellen, kommt aufgrund der begrenzten Stickstoffverwertungseffizienz der Tiere an seine Grenzen. Dadurch gehen wertvolle Nährstoffe verloren, der Stoffwechsel wird belastet und durch die Umwandlung überschüssigen Stickstoffs entstehen Ammoniakemissionen.

PerformaNat CatiBovin ist ein neuartiges Ergänzungsfuttermittel für Milchkühe, das mit der gezielten Verbesserung der physiologischen Aufnahme in den Stoffwechsel einen absolut richtungsweisenden Ansatz zur Steigerung der Futtereffizienz verfolgt. Durch ausgewählte und in die Futterration integrierte phytogene Wirkstoffe ist es möglich, Rezeptoren und Nährstoffkanäle anzusteuern, gezielt zu aktivieren und dadurch die Effizienz der Aufnahme von Calcium und Stickstoff aus der Futterration ins Blut zu steigern. 

Im Falle von PerformaNat CatiBovin handelt es sich dabei um sog. TRP-Kanäle (Transient Receptor Potential-Kanäle) im Pansen. Diese Kanäle wurden im Rahmen von grundlagenorientierten Arbeiten funktionell analysiert. Die so gewonnenen Erkenntnisse der modernen Transportphysiologie und TRP-Forschung wurden anschließend erstmals in eine praxistaugliche Fütterungslösung für Milchkühe übertragen. Dabei hat das Ergänzungsfuttermittel das Ziel, die bereits in der verwendeten Futterration enthaltenen Nährstoffe optimal und ohne zusätzlichen Nährstoffinput effizienter zu nutzen. PerformaNat CatiBovin ist dabei einfach in die TMR einzumischen und flexibel bei verschiedenen Fütterungskonzepten einsetzbar.

Das neue Produkt ist ein Vorzeigebeispiel für die Transformation neuer Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die praktische Anwendung der Nutztierproduktion. Es stellt deshalb einen Meilenstein für eine ressourcenschonendere und tiergerechte Fütterung der Zukunft dar. Darüber hinaus kann PerformaNat CatiBovin durch geringere Stickstoffverluste auch zur Reduktion von Ammoniakemissionen beitragen.


Peter Prinzing GmbH

Pig-Barn-Cleaner

Halle 12 | Stand D10

Der Pig-Barn-Cleaner ist ein autonomes, vollautomatisches System zur buchtenindividuellen Entmistung und Reinigung von definierten Teilbereichen der Bucht. Die regelmäßige automatisierte Entmistung optimiert die Stallhygiene und reduziert Emissionen. Damit wird ein Beitrag zur nachhaltigen und ressourcenschonenden Schweinehaltung geleistet.

Bislang erfolgte die Entmistung planbefestigter Mastbuchten bzw. von deren Ausläufen in Schweineställen überwiegend händisch oder halbmanuell. Damit verbunden ist immer ein sehr hoher Arbeitsaufwand, weil die Schweine je nach Verfahren in der Regel aufwendig aus dem Kotbereich herausgetrieben und weggesperrt werden müssen. Beim Einsatz von automatischen Oberflurschiebersystemen besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Tierverletzungen. 

Der von der Firma Peter Prinzing GmbH vorgestellte Pig-Barn-Cleaner ist ein komplett neuer Ansatz, um vollautomatisch teil- und planbefestigte Ausläufe von Ställen höherer Haltungsstufen zu entmisten bzw. zu reinigen. Das innovative System treibt die Tiere automatisch und behutsam mithilfe einer Buchtentrennwand aus dem entsprechenden Buchtenbereich. Im Anschluss wird die zu reinigende Fläche automatisch mit einer entsprechenden Reinigungseinheit auf Basis eines Radialbesensystems selbstständig gereinigt. Der Mist wird in einem Sammelbehälter aufgefangen und an einem Übergabepunkt gesammelt wieder abgeworfen.

Damit entfällt die körperlich anstrengende und zeitaufwendige manuelle Entmistung weitestgehend. Der Arbeitsaufwand wird deutlich reduziert und eine buchtenindividuelle, gleichbleibend hohe Reinigungsqualität unabhängig vom Personaleinsatz sichergestellt. Parallel dazu ergeben sich durch das System Vorteile in der Arbeitssicherheit, da kein direkter Kontakt mit den Tieren während der Reinigung erforderlich ist. Damit werden Verletzungsrisiken für die Menschen, aber auch für die Tiere minimiert. Die regelmäßige automatisierte Entmistung optimiert die Stallhygiene und reduziert Emissionen und leistet so einen Beitrag zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Schweinehaltung.

Eine vollständig autonome Lösung für Schweineställe gab es bislang nicht. Damit schließt der Pig-Barn-Cleaner mit seinen verschiedenen Arbeitsprozessen eine Marktlücke und ermöglicht eine buchtenindividuelle, regelmäßige, effiziente und arbeitstechnisch optimierte Entmistung in entsprechend konzipierten Schweineställen.


WEDA Dammann & Westerkamp GmbH

(Gemeinschaftsentwicklung mit VetVise GmbH)

Smarte Abferkelbucht: KI-gestützte Tierwohlanalyse und adaptive Stallsteuerung

Halle 17 | Stand B04

Die Smarte Abferkelbucht von WEDA verknüpft eine KI-gestützte Verhaltensanalyse von Sauen und Ferkeln mit einer automatisierten Stall- und Fütterungstechnik. Auf Basis von Echtzeitdaten werden Regelgrößen wie Ferkelnesttemperatur oder Futterkurve selbstständig und autonom angepasst. Auf diese Weise steuern die Tiere ihre Haltungsumgebung erstmals indirekt selbst.

Assistenzsysteme zur Unterstützung der Tierbeobachtung durch den Landwirt gewinnen immer stärker an Bedeutung, vor allem zur weiteren Steigerung des Tierwohls. Die Interpretation der über solche Systeme mit Videobeobachtung und automatischer Auswertung des Tierverhaltens gewonnenen Daten und die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen und Anpassungen der Haltungsumgebung erfolgten bislang in einzelnen Schritten und manuell durch den Landwirt. 

Mit der Smarten Abferkelbucht stellt die WEDA Dammann & Westerkamp GmbH erstmals eine Automatisierung dieses gesamten Prozesses vor und schließt damit die bisher klaffenden Lücke, direkt aus dem Tierverhalten in Echtzeit und automatisiert Regelgrößen im Stall anzupassen.

Die Smarte Abferkelbucht ist ein nachrüstbares, kamerabasiertes und KI-gesteuertes Assistenzsystem für WEDA-Abferkelbuchten, das das Verhalten von Sau und Ferkeln rund um die Uhr analysiert. Die KI verknüpft eine Echtzeit-Verhaltensanalyse der Tiere mit der automatischen Stall- und Fütterungstechnik. So können anhand des Tierverhaltens Regelgrößen wie die Ferkelnesttemperatur oder die Futterkurve angepasst werden, ohne dass der Landwirt selbst aktiv werden muss. 

Auf diese Weise wird erstmals das Tierverhalten aktiv in die Steuerung der Haltungsumgebung eingebunden, mehr noch, die Tiere steuern den Stall quasi selbst. Die so entstandene autonome Abferkelbucht agiert proaktiv statt reaktiv und schließt die Lücke zwischen digitaler Erfassung und automatisierter Ausführung im Stall.

Mit dem Innovation Award in Silber wurden ausgezeichnet:

ACO Funki A/S

(Gemeinschaftsentwicklung mit Space Systems ApS)

Halle 15 | Stand D14

Das nationale und internationale Immissionsschutzrecht fordert von Schweinehaltern u. a. die Minderung der Emissionen von Ammoniak, Methan und Geruch. In zwangsgelüfteten Schweineställen stellt die in Kanälen zwischengelagerte Gülle eine der größten Emissionsquellen dar. 

Hier setzen die SpaceKit Güllekassetten von ACO Funki A/S aus Dänemark an. Sie zeichnen sich durch eine Trichterform aus, die mit einer verkürzten Lagerdauer und einer verkleinerten Gülleoberfläche im Kanal einhergeht. Innovativ ist die Kombination mit einer Unterflurabsaugung am Trichterrand. Die Luft aus den Güllekanälen kann somit bei Bedarf anschließend in eine Abluftreinigungsanlage geleitet werden. 

Durch die häufigere Entmistung und die verkleinerte Gülleoberfläche werden die Ammoniak-, Methan- und Geruchsemissionen nachhaltig gemindert. Eine weitere Reduzierung der Schadgaskonzentrationen im Tierbereich wird durch die Unterflurabsaugung erreicht. Erste Vergleichsmessungen in einem dänischen Abferkelstall mit Bewegungsbuchten bestätigen die erwartete Emissionsminderung.

Positiv zu bewerten sind die SpaceKit Güllekassetten auch aufgrund ihres modularen Baukastenprinzips, das eine Nachrüstung in bestehenden Ställen ermöglicht. Neben dem Einsatz in Mastschweineställen sind die Güllekassetten für Sauenhalter interessant. 

Die Kombination der nachrüstbaren Güllekassetten mit der Unterflurabsaugung stellt eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem separaten Einsatz beider Maßnahmen dar. Durch die stallinterne Minderung der Schadgaskonzentrationen tragen die SpaceKit Güllekassetten außerdem zur Tiergesundheit und verbesserten Arbeitsbedingungen bei.

ANKA Hoof Care

(Gemeinschaftsentwicklung mit Chito SRL)

Halle 11 | Stand B16

Der direkte Umgang mit Tieren gehört insbesondere in der Rinderhaltung zu den anspruchsvollsten und unfallträchtigsten Arbeiten mit hohen Anforderungen an die Arbeitssicherheit des tierbetreuenden Personals, nicht zuletzt begründet durch die Größe der Tiere, ihr hohes Körpergewicht und ihr Verhalten. Besonders bei tiermedizinischen Maßnahmen wie auch beim Klauenschneiden besteht immer ein erhöhtes Verletzungsrisiko.

Eine zentrale Herausforderung ist das sichere und möglichst stressarme Eintreiben der Tiere in den Klauen- oder Behandlungsstand. Herkömmliche Stände arbeiten häufig mit mehreren manuell bedienbaren Barrieren sowie Leitgittern und erfordern eine zusätzliche Person, um die Tiere sicher in den Stand zu führen. Die direkte Nähe des Bedieners kann dabei Stress und Unsicherheit auslösen und dazu führen, dass die Tiere zurückweichen oder den Bewegungsfluss unterbrechen. Auch konventionelle hydraulische Systeme der Tiervereinzelung bergen Risiken: Bei einem doppeltwirkenden Zylinder kann bei einem stehenbleibenden Tier weiterhin eine hohe Kraft auf die Barriere wirken, wodurch Verletzungen entstehen können. Darüber hinaus verursachen herkömmliche Metallbarrieren durch Reibung und das Aufeinandertreffen von Stahlteilen erhebliche Geräusche, die bei den geräuschempfindlichen Rindern zusätzlichen Stress auslösen und den Arbeitsablauf verlangsamen können. Auch Transport, Demontage und Wartung sind bei bestehenden Systemen häufig mit erheblichem Aufwand verbunden. 

Der SilverBullet entwickelt diesen Prozess konsequent weiter. Seine zentrale Innovation ist eine synchronisierte Steuerung des Zutriebs durch mechanisch verbundene Technikelemente. Durch die Entriegelung über einen einzigen Hebel werden mehrere Gitter und Tore wie das Heckgatter, die seitliche Ziehharmonikabarriere sowie das Vereinzelungsgatter gesteuert. Auf diese Weise wird ein effizienter „Cow-in-Cow-out-Ablauf“ ermöglicht, der von nur einer Person bedient werden kann. Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein einseitig wirkender Hydraulikzylinder: Die Hydraulik öffnet das Sortiergatter, während eine integrierte Feder für das Schließen sorgt. Stoppt ein Tier, kann es die Federkraft leicht überwinden, wodurch gefährliche Druckkräfte vermieden werden. Geräuschreduzierende Bauteile, eine mobile Abstützung sowie die vereinfachte Demontage verbessern zusätzlich Tierwohl, Arbeitssicherheit und -effizienz sowie Wartungsfreundlichkeit.

Der SilverBullet stellt damit eine wegweisende Weiterentwicklung für den direkten Umgang mit den Tieren in der Rinderhaltung dar.

ATX Suisse GmbH

Halle 15 | Stand G19 & Halle 16 | Stand B02

Elektrisch betriebene Heizsysteme gewinnen im Schweinestall und speziell im Ferkelnest in der Abferkelbucht zunehmend an Bedeutung. Die Vorteile der Nutzung von erneuerbaren Energien wie PV-Strom vom Stalldach, einfache Installation und individuelle Regelbarkeit sind hier nur als einige Vorteile zu nennen. Elektrische Systeme können im Stall aber auch Gefahren durch eindringende Feuchtigkeit und Kurzschlüsse sowie Überhitzen und Brandquellen darstellen.

Das optimierte ATX AluXheat ist eine konsequente Weiterentwicklung der Infrarot-Heiztechnik für die Ferkelaufzucht, das speziell für die Bedingungen in Schweineställen entwickelt wurde. Das System kombiniert ein geschlossenes Aluminiumgehäuse mit energieoptimierter Infrarottechnologie und einem durchdachten Sicherheitskonzept zur Reduktion von Brandrisiken und zum Schutz vor Feuchtigkeit und Kurzschlüssen.

Dazu sind alle elektrischen Komponenten des IR-Heizelements durch ein geschlossenes Aluminiumgehäuse vollständig und zuverlässig vor Feuchtigkeit, aggressiven Stallgasen und mechanischen Einwirkungen geschützt. Gleichzeitig wirkt das Gehäuse als Sicherheitsbarriere und verhindert im Falle eines elektrischen Defekts oder Kurzschlusses die Entzündung brennbarer Materialien. Durch die Bauart mit IPX9-Zertifizierung ist das Heizelement hochdruckreinigerfest und das Eindringen von Wasser wird sicher verhindert. Dadurch werden Hygiene, Betriebssicherheit und Lebensdauer deutlich verbessert – wesentliche Faktoren, um elektrische Heizsysteme zum neuen Standard im Abferkelstall werden zu lassen.

Das ATX AluXheat stellt somit eine wesentliche Weiterentwicklung bei den elektrischen Heizsystemen in der Ferkelaufzucht dar.

Bröring Technology GmbH

Halle 14 | Stand C44

Der Eiertransport im Legehennenstall vom Legenest bis zur Sortier- und Verpackungsstation erfolgt heute weitgehend automatisiert. In der Praxis kommt es dabei mit teilweise über 10 % zu einem nicht unerheblichen Anteil von Beschädigungen an den Eiern. Durch eine Optimierung dieser Transportsysteme kann der Anteil an Knickeiern deutlich reduziert werden. Hierzu kommen elektronische Eier zum Einsatz, um beispielsweise Stöße zu identifizieren. Bisherige Geräte setzen den Schwerpunkt auf den Computerbildschirm und auf aufwendige spezielle Funkübertragungstechnik. Sie sind derart kompliziert in der Anwendung, dass sie im normalen Betriebsalltag kaum einsetzbar sind.

Das neue innovative elektronische Ei der Firma Bröring Technologie GmbH kann auch ohne Rechner im Stall betrieben werden. Die Intensität der Stöße wird direkt mit verschieden farbigen LEDs angezeigt und ermöglicht so eine genaue Identifikation der Problemzonen innerhalb des Transportsystems. So können Probleme direkt im Transportsystem beseitigt und die Bruchrate drastisch reduziert werden. Zu Dokumentationszwecken ist eine Anbindung an ein Smartphone, Tablet oder PC optional per Wifi möglich, wobei hierzu keine Software auf dem Endgerät installiert werden muss. 

Die Weiterentwicklung des elektronischen Eies ermöglicht eine schnelle und einfache Analyse der Transportsysteme und erfüllt damit die Kriterien für die Verleihung der Silbermedaille in herausragender Weise.

Constantec Co., Ltd.

Halle 12 | Stand B03

Die automatisierte Füllstandsmessung in Futtermittelsilos ist heute eine etablierte Methode, um Landwirte bei der täglichen Arbeit zu unterstützen. Sie ermöglicht es, den Füllstand des Silos jederzeit im Blick zu behalten und Futtermittel rechtzeitig nachzubestellen.

Mit der im FEED CHECK eingesetzten LiDAR-Technologie wird diese Prozessautomatisierung nun weiter optimiert. Die laserbasierte Messtechnik erfasst die Oberfläche des Futterhaufens im Silo präzise und ermöglicht eine exakte Bestimmung des verbleibenden Restvolumens.

Zusätzlich zur Füllstandsmessung ist der Sensor mit Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren ausgestattet. Dadurch kann die Qualität des Futters kontinuierlich überwacht werden, um potenziellen Qualitätsverlusten frühzeitig entgegenwirken zu können.

Bei drei Messungen pro Tag erreicht der austauschbare Batterie eine Lebensdauer von mehr als fünf Jahren. Dies gewährleistet einen langfristigen und wartungsarmen Betrieb des Systems.

Der FEED CHECK stellt damit eine wesentliche Weiterentwicklung in der Prozessautomatisierung der Füllstandsmessung und Qualitätsüberwachung von in Silos gelagerten Futtermitteln dar.

CowManager GmbH

Halle 11 | Stand E48

Die Mastitisüberwachung in konventionellen Melkständen basiert heute meist auf visueller Beobachtung, regelmäßigen Milchleistungsprüfungen oder separaten Messsystemen. Messungen auf Viertel-Ebene waren bislang nur in Melkrobotern möglich. Hierbei erfassen die meisten Systeme lediglich einzelne Parameter und überlassen die Auswertung großer Datenmengen dem Landwirt. 

Regelmäßige Milchuntersuchungen und eine spezifische Milchanalytik sind aber eine wichtige Voraussetzung für eine zuverlässige Gesundheitsüberwachung bei Milchkühen. Um schnell auf Veränderungen in der Tiergesundheit reagieren zu können, ist es von großer Bedeutung, die notwendigen Daten und Informationen kurzfristig zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Der kompakte, kabellose CowManager Milchsensor erfasst relevante Parameter zur Bestimmung der Eutergesundheit wie z. B. die Leitfähigkeit und die Milchtemperatur auf Viertel-Ebene und kann so viertelindividuell auf Mastitiden hinweisen. Darüber hinaus werden auch Vakuumabfälle und Milchflussdaten ermittelt, die Hinweise auf die Milchproduktion und die Melkstandeinstellungen zulassen. Durch die Nachrüstbarkeit in konventionellen Melkständen verbindet das System Eutergesundheit, Melkprozess und Herdenmanagement in einer gemeinsamen Datenbasis. Künstliche Intelligenz verknüpft die so zusammengeführten Milch- und Verhaltensdaten zu praxisnahen Warnmeldungen und schafft damit die Grundlage für schnelleres und effizienteres Handeln.

Der CowManager Milchsensor erweitert konventionelle Melkstände damit um eine völlig neue Daten- und Überwachungsebene und stellt somit eine wesentliche Verbesserung des Melkprozesses dar.

FeedValid

Halle 21 | Stand B33

In der Rinderfütterung bauen die Mikroorganismen im Pansen einen Großteil des gefütterten Eiweißes ab. Da dies die Milchleistung der Tiere bei unvermindertem Eiweißgehalt erhöhen kann, sodass Steigerungen der Milcheiweißleistung um etwa 10 % möglich sind, wurden bereits in der Vergangenheit vielfältige Ansätze verfolgt, um Proteine im Futter vor einem Abbau im Pansen zu schützen. Bis zu dessen Verbot in der Tierfütterung 2023 nutzte man häufig eine Formaldehydbehandlung. Derart behandelte Proteine sind bei dem im Pansen vorherrschenden pH-Wert relativ stabil, sind aber nach der Passage des sauren Labmagens im Dünndarm voll verdaulich und nutzbar.

Das von FeedValid entwickelte Covamino 2.0 bypass protein stellt eine Produktlinie für pansengeschützte Proteine dar, die mithilfe einer völlig neuen Technologie hergestellt werden und – im  Vergleich zur Formaldehydbehandlung – eine gleichwertige oder bessere Pansenschutzwirkung und Verdaulichkeit aufweisen. Das Protein wird vor vorzeitigem Abbau im Pansen geschützt und steht als Bypass-Protein im Dünndarm mit hoher Dünndarmverdaulichkeit zur Verfügung. Ergänzend wird die Schmackhaftigkeit gegenüber anderen Produkten bzw. Behandlungsmethoden positiv herausgestellt.

Zum Schutz vor dem Abbau wird die mehrphasig ablaufende Maillard-Reaktion genutzt. Ziel dabei ist, die Melanoidin-Phase zu nutzen, da diese für den Schutz vor dem Abbau im Pansen zentral ist. Zudem soll verhindert werden, dass der Karbonisierungsprozess einsetzt, der mit einem Rückgang der Verdaulichkeit und Energieverlusten verbunden ist. Mit den herkömmlichen Verfahren war es bisher nicht möglich, alle Proteine in die Melanoidin-Phase zu bringen, ohne dass es zur Karbonisierung kommt. 

Wie aktuelle Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum ILVO in Belgien und Schothorst Feed Research in den Niederlanden zeigen, wird es mit der neu entwickelten Technologie von FeedValid erstmals möglich, eine hohe Menge an verdaulichem Protein sowohl aus Raps- als auch aus Sojaprotein zu gewinnen. Dies ermöglicht Milchkuhhaltern, den Gehalt an dünndarmverdaulichem Protein in der Ration zu erhöhen, ihre Tiere bedarfsgerechter zu versorgen sowie die Stickstoffausscheidungen zu reduzieren. 

Förster-Technik GmbH

(Gemeinschaftsentwicklung mit BMEL)

Halle 13 | Stand D36

Kälber legen bereits in den ersten Lebenswochen die Grundlage für ihre spätere Entwicklung, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Entsprechend hoch ist die Bedeutung einer individuellen und bedarfsgerechten Kälberaufzucht. Eine kontinuierliche Beobachtung des einzelnen Tieres ist im betrieblichen Alltag mit hohem personellem Aufwand, zunehmend aber auch mit am Tier angebrachten Sensoren bzw. messtechnisch ausgestatteten Fütterungsautomaten möglich. Die Erwartung hoher Anschaffungs- und Wartungskosten ist aber häufig der Grund, im Arbeitsalltag auf diese Technik und damit auf die notwendigen Informationen zu verzichten.

FeedCAM hebt die Kälberbeobachtung auf eine neue Ebene. Ein intelligentes, KI-gestütztes Kamera- und Infrarotsystem beobachtet die Kälber kontinuierlich am Futtertisch, an welchem die Tiere gemeinsam die betriebsindividuellen Mischungen aus Grob- und/oder Konzentratfuttermitteln aufnehmen können. Über die Bildanalyse wird das tierindividuelle Futteraufnahmeverhalten erfasst. Das Tierverhalten wird per Kamera analysiert und daraus werden wertvolle Informationen über Futteraufnahme, Vitalität und den Gesundheitszustand der Tiere abgeleitet. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für konkrete Entscheidungen und automatische Steuerungen. Eine steigende Präsenz am Futtertrog gibt beispielsweise das Signal, für dieses Kalb das Milchangebot über den Automaten zu reduzieren. Außerdem werden aus den verschiedenen Quellen Erwartungswerte erarbeitet. Weicht das Verhalten der Kälber von diesen ab, ist das ein Zeichen für gesundheitliche oder entwicklungsbedingte Auffälligkeiten. Auch läuft die Steuerung nun nicht mehr nur nach festen Zeitplänen, sondern Fütterungs- und Schiebeprozesse werden nur dann ausgelöst, wenn ein tatsächlicher Bedarf besteht. 

Der besondere Innovationsgrad der FeedCAM liegt in der Verbindung von kontinuierlicher Tierbeobachtung, KI-basierter Bildanalyse und automatisierter Stallsteuerung. FeedCAM macht das individuelle Tierverhalten erstmals zur aktiven Entscheidungsgrundlage für weitere Prozesse im Stall. Aus passiver Beobachtung wird eine intelligente, datenbasierte Handlung. Es unterstützt eine individuellere Kälberversorgung, reduziert Kontrollaufwand und unnötige Maschinenbewegungen und schafft gleichzeitig die Grundlage für mehr Tierwohl, höhere Effizienz und eine vorausschauende Gesundheits- und Fütterungssteuerung.

Gängige Strategien zur Verbesserung der Futteraufnahme bei Ferkeln basieren auf besonders schmackhaften Zutaten, herkömmlichen Aromen, Süßungsmitteln, Fütterungsmanagement und einer optimierten Nährstoffversorgung. Diese Ansätze erhöhen zwar die Attraktivität des Futters, nutzen aber nicht gezielt die angeborene Fähigkeit der Ferkel, mütterliche Geruchssignale vor und unmittelbar nach der Geburt zu erkennen. 

Weanex NEO ist ein patentiertes, neues sensorisches Konzept zur Förderung der freiwilligen Festfutteraufnahme beim Ferkel, das natürliche flüchtige Verbindungen der Plazenta, des Kolostrums und der Sauenmilch nachahmt. Diese gezielt eingesetzten mütterlich assoziierten Verbindungen regen die Ferkel dazu an, Festfutter früher zu erkunden und zu fressen, erleichtern so den Übergang von Milch zu Festfutter und ergänzen herkömmliche Ernährungsstrategien mit dem biologisch inspirierten Ansatz der Verringerung der Neophobie – also der Angst vor Neuem und unbekannten Situationen. Darüber hinaus verbessert der Zusatz von Neohesperidin-Dihydrochalkon die Schmackhaftigkeit des Futters bei paralleler Überdeckung unangenehmer Geschmacksnoten anderer funktioneller Inhaltsstoffe. Eine frühere Festfutteraufnahme führt im Endeffekt insgesamt zu einer beschleunigten Anpassung des Verdauungssystems.

Die Förderung der Futteraufnahme, beginnend mit den ersten Lebenstagen, entfaltet positive Wirkungen während der Umstellung auf Festfutter, was ebenso die Wachstumsleistung, die Gleichmäßigkeit des Wurfs und die Produktivität nach dem Absetzen steigert. Wenex NEO stellt damit eine entscheidende Weiterentwicklung bei den Fütterungsstrategien in der Ferkelaufzucht dar.

Lely International N.V.

Halle 13 | Stand A43

Der Abkalbeprozess stellt eine der kritischsten Phasen in der Rinderhaltung dar. Er entscheidet maßgeblich über die Gesundheit der Kuh, den Start in eine erfolgreiche neue Laktation und das Überleben des Kalbes. Gerade bei der Vermeidung von Problemen bei Schwergeburten benötigt es viel Fingerspitzengefühl, um gegebenenfalls zum richtigen Zeitpunkt einzugreifen. Für den beobachtungsintensiven Prozess des Abkalbens wurden bislang in der Regel einfache Kameras verwendet, die dem Landwirt die Möglichkeit boten, jederzeit im Stall nach dem Rechten zu sehen. Die Identifizierung des Beginns einer Kalbung oblag dabei dem Auge und der Erfahrung des Beobachters.

Mit der Lely Zeta AI calving-Kamera ist nun ein KI-basiertes Bildanalysesystem auf dem Markt, das den Landwirt dabei unterstützt, die Abkalbung möglichst intensiv zu betreuen. Die Neuentwicklung greift mit der Auswertung von Kameraaufnahmen auf einen der wichtigsten Punkte und Aufgaben der künstliche Intelligenz (KI) zurück, die in vielen Bereichen des Alltags kaum wegzudenken ist. Gerade in der Landwirtschaft und vor allem auch in der Tierhaltung bedeutet sie ein großes Aufgabenfeld, was in vielen Forschungsprojekten bearbeitet wurde.

Die KI-Auswertung der Lely Zeta Kamera gibt dem Landwirt erstmals proaktiv eine Meldung, wenn die Kalbung startet. Über die Angabe des Abstands der Wehen und einen Schnelldurchlauf der letzten 5 Minuten kann abgeschätzt werden, wie lange die Kalbung bereits andauert. Sollte es zu einer kritischen Kalbung kommen, bei der das Eingreifen des Tierhalters notwendig ist, erhält er auch in diesem Fall eine entsprechende Meldung auf dem Smartphone.

Durch die Möglichkeit, die LED-Beleuchtung der Kamera zu steuern, wird es dem Landwirt ermöglicht, auch in der Nacht oder bei schwierigen Lichtverhältnissen die Abkalbung zu beobachten.

Die Entwicklung einer kamerabasierten Auswertung des Tierverhaltens rund um die Abkalbung vereinfacht die Tierbeobachtung und bietet dem Landwirt eine gezielte Entscheidungsunterstützung.

MS Schippers GmbH

Halle 11 | Stand E15

Eine gründliche und effiziente Stallreinigung zählt in der Schweinehaltung zu den arbeitsintensivsten, aber auch wichtigsten Aufgaben im Betriebsmanagement mit einem direkten Einfluss auf die Tiergesundheit und Leistungsfähigkeit. Durch den Einsatz von Waschrobotern war es bereits in der Vergangenheit gelungen, die körperlich extrem anstrengende manuelle Reinigung teilweise zu ersetzen.

Die Firma MS Schippers stellt mit dem MS Smart Cleaning Robot nun einen innovativen, wesentlich weiter entwickelten Waschroboter vor, der die notwendigen Phasen einer effizienten Reinigung vereint: chemisches Einweichen, Waschen und Desinfizieren. Der MS Smart Cleaning Robot definiert autonome Stallhygiene damit gänzlich neu.

Mithilfe eines hochpräzisen 3D-LiDAR-Scanner erkennt die im Roboter verbaute Software autonom die Raumstrukturen und kann ohne eine zeitaufwendige Programmierung oder standardisierte Sensortechnik den Stall waschen. Dabei kann die intelligente Software auch den Unterschied zwischen Gängen und Buchten erkennen. Über eine Fernbedienung ist der Roboter leicht manövrierbar. Zukünftig soll das System über Fotos und ein digitales Feedback mithilfe von KI verbliebene Schmutzflecken auch autonom erkennen können.

Durch den 5,50 m langen, ausfahrbaren Wascharm können auch tiefere Gruppenbuchten lückenlos und effizient gereinigt werden. Mithilfe einer angepassten Druckregulierung an der Reinigungsdüse kann die Intensität vollautomatisch angepasst werden, um selbst Stalldecken sicher zu reinigen.

Parallel dazu vereint der MS Smart Cleaning Robot als erstes System die drei essenziellen Phasen einer optimierten Stallhygiene. Zunächst wird durch ein chemisches Einweichen das Abteil vorbereitet. Im Anschluss wird der Stall oder das Abteil mit Wasser gewaschen und kann zum Schluss mit dem gleichen Gerät auch desinfiziert werden.

Diese 3-in-1-Funktion in einem autonom arbeitenden Roboter ist einzigartig und erlaubt damit eine effizientere Arbeitserledigung. Eine effiziente und optimierte Stallhygiene ermöglicht einen effektiven Schutz vor Infektionen, die harte körperliche Arbeit für den Landwirt bzw. Mitarbeiter wird minimiert sowie der Umgang mit Aerosolen und Desinfektionsmitteln reduziert. 

MSD Tiergesundheit

Halle 11 | Stand B10

Im Rahmen der regelmäßigen Milchuntersuchung lassen sich klassischerweise neben den Milchinhaltsstoffen auch Parameter zur Bestimmung der Tier- und Eutergesundheit bestimmen. In der Regel sind dabei aber zeitliche Differenzen in Bezug auf Erfassung, Diagnose bzw. Auswertung und Rückmeldung zu berücksichtigen, da einige dieser Indikatoren auf Untersuchungen im Labor beruhen, deren Ergebnisse bewertet bzw. in die lokale Datenhaltung zurückgespielt werden müssen.

SenseHub® Dairy Milk Monitoring vereint nun erstmals die Echtzeiterfassung und -auswertung von Milchmenge und Qualitätsparameter wie z. B. Milchmenge, Fett, Eiweiß, Laktose sowie Blut-, Leitfähigkeits- und Zellzahlinformationen bei jeder Melkung. So werden Zellzahlalarmwerte beispielsweise bereits zwei Minuten nach dem Ansetzen des Melkzeuges über Lichtsignale direkt im Melkstand angezeigt, um ein unmittelbares Reagieren zu ermöglichen. Die Daten und Informationen ermöglichen dadurch eine Früherkennung sowie ein professionelles, vorrausschauendes Herdenmanagement. Die Daten jeder einzelnen Kuh werden in Echtzeit mit dem SenseHub® Dairy System verknüpft, automatisch ausgewertet und übersichtlich dargestellt. Das System ist firmenübergreifend und in allen Melkstandtypen als nachrüstbare In-Line-Lösung auch für bestehende Melkstände verfügbar.

SenseHub® Dairy Milk Monitoring stellt damit eine wesentliche Weiterentwicklung für die Gesundheitsüberwachung und das Management von Milchviehbeständen im konventionellen Melkstand dar.

NEDAP

Halle 11 | Stand E58

Moderne Milchviehbetriebe setzen bereits heute auf vielfältige Sensorsysteme, um die Gesundheit der Tiere zu überwachen. Eine kontinuierliche Analyse des Bewegungsverhaltens erfolgt dabei – wenn überhaupt – über Pedometer, die nur rudimentäre Informationen liefern, sodass der Landwirt zur Bewertung der körperlichen Verfassung eines Tieres weitestgehend auf eine manuelle, subjektive und arbeitsintensive visuelle Beobachtung seiner Tiere angewiesen ist. Dies ist besonders bei der Früherkennung von Lahmheiten relevant, da subtile Veränderungen des Bewegungsablaufs oft schleichend auftreten und bei routinemäßigen Hofkontrollen leicht übersehen werden – mit bedeutenden Folgen für Tierwohl, Milchproduktion, Fruchtbarkeit, Lebensdauer und Arbeitseffizienz.

Nedap stellt mit seinem neuen System SmartSight nun erstmals einen innovativen Systemansatz mit Messungen zu Aktivität, Wiederkauen, Fressverhalten und Hitzestress vor, der nicht allein die Fortbewegung und/oder gegebenenfalls Lahmheitserkennung per Kameraeinsatz möglich macht. Vielmehr wird die Bildverarbeitung durch ihre Integration in die Cow-Monitoring-Plattform von Nedap eine zusätzliche, integrierte Quelle biologischer Informationen, die beispielsweise mit den Milchleistungen und Umgebungsbedingungen kombiniert werden können. Damit wird erstmals eine visuelle Intelligenz mit tierbezogenen Sensoren und deren Daten zu Identifikation, Verhalten, Reproduktion, Leistung und Gesundheit sowie mit Funktionen zur Selektion und Ortung verknüpft und diese im Gesamtsystem weiterverarbeitet.

Über die deutlich verbesserte Lahmheitserkennung besteht die Möglichkeit, von einer protokollbasierten Klauenpflege hin zu einer zustandsbasierten Klauenpflege zu wechseln.

Nedap SmartSight bringt damit die automatisierte Tierbeobachtung einen entscheidenden technologischen Schritt nach vorne.

Obuda University

Halle 13 | Stand E51

Das Impfen größerer Tiergruppen ist eine der wirksamsten Maßnahmen zur nachhaltigen Bekämpfung einer Vielzahl von Infektionskrankheiten in der Rinderhaltung. Dies geschieht in der Regel mit Impfpistolen, optionalen Verlängerungen und Metallkanülen. Der Anwender muss dazu bei jedem Tier individuell eine geeignete Injektionsstelle suchen und den Impfstoff mit manueller Kraft applizieren. Insbesondere in Ställen ohne entsprechende Fixierungsmöglichkeiten birgt dieser Vorgang erhebliche Verletzungsrisiken und ein hohes Stresspotenzial für Mensch und Tier. 

Systeme zur nadelfreien Injektion nutzen hohen Druck, um flüssige Arzneimittel durch die Hautschichten zu pressen. Sie werden bei Menschen und einigen Tierarten wie bei Schweinen und Geflügel bereits erfolgreich eingesetzt. Gegenüber herkömmlichen Injektionsverfahren mit Kanülen bieten sie diverse Vorteile, denn Schmerz- und Stressreize werden minimiert und Infektionen der Injektionsstelle sowie Kreuzkontaminationen werden vermieden. Darüber hinaus sinkt das Verletzungsrisiko für den Anwender, die Entsorgung von Einwegnadeln entfällt und es wird immer die korrekte Menge Flüssigkeit in der korrekten Tiefe appliziert.

RoBooVaxx vereint erstmals die Technologie der nadelfreien Injektion mit einem kamerabasierten und durch künstliche Intelligenz unterstützten System zur Erkennung der optimalen Injektionsstelle und bietet somit ein risikominimiertes System zur Anwendung von Medikamenten wie Impfstoffen bei Rindern, insbesondere bei größeren Tiergruppen. Dabei werden die Rinder beim Eintritt in den Behandlungsstand mittels RFID identifiziert und ein Roboterarm injiziert das Medikament in die Rumpfmuskulatur des Tieres. Das System berücksichtigt dabei den Verschmutzungsgrad, eventuelle Schwellungen oder Verletzungen sowie die Erreichbarkeit des entsprechenden Hautareals und wählt danach eigenständig die am besten geeignete Tierseite und Injektionsstelle.

RoBooVaxx stellt damit eine deutliche Weiterentwicklung und Verbesserung für das Impfen größerer Tiergruppen in der Rinderhaltung dar.

Rosensteiner GmbH

Halle 11 | Stand B59

Das Treiben von Rindern ist für Mensch und Tier mit Stress verbunden und birgt ein erhebliches Gefahrenpotenzial. Trotz verhaltensgerechter Treibwegkonzepte bleibt der eigentliche Eintrieb in den Klauenpflege- oder Behandlungsstand eine anspruchsvolle Arbeitssituation für den Tierbetreuer. Bisher erfolgt das Vorantreiben überwiegend manuell oder mit passiven Treibhilfen wie Schwenkarmen, Pendelklappen oder Vorhängen. Ob sich ein Tier vorwärtsbewegt, hängt dabei wesentlich von der Gesamtsituation, vom Verhalten des Tieres und vom Eingreifen des Bedieners ab. Rückwärtsbewegungen, Stehenbleiben und unerwartete Reaktionen können den Arbeitsablauf bzw. Eintrieb unterbrechen und führen wiederholt zu Stress- und Gefahrensituationen. Bestehende Vorwarteboxen dienen dabei vor allem der Separation und Bereitstellung der Tiere. Der eigentliche Eintrieb bleibt weiterhin dem Menschen oder passiven Hilfsmitteln überlassen.

Der Moover der Firma Rosensteiner setzt genau an diesem entscheidenden Arbeitsschritt an und verfolgt einen grundsätzlich neuen technischen Ansatz. Erstmals wird der finale Eintrieb in einen Behandlungs- oder Klauenpflegestand von Rindern durch ein aktiv angetriebenes, patentiertes Treibsystem unterstützt. Zwei endlos umlaufende, motorisch angetriebene Treibelemente bewegen sich kontrolliert entlang des Tieres und führen es kontinuierlich in Richtung Klauenpflege- oder Behandlungsstand. Dadurch wird der Vorschub nicht mehr allein vom Verhalten des Tieres oder vom manuellen Eingreifen des Bedieners bestimmt. Ein besonderes Merkmal des Systems ist die automatische Rückführung der Treibelemente. Nach dem Vorantreiben laufen diese oberhalb des Tieres selbstständig in ihre Ausgangsposition zurück und stehen unmittelbar für das nächste Tier zur Verfügung. So entsteht ein kontinuierlicher Bewegungsablauf, der ohne manuelles Zurücksetzen der Treibhilfe auskommt.

Die Innovation des Moover liegt somit nicht nur in einer Weiterentwicklung bestehender Vorwarteboxen, sondern auch in der aktiven technischen Unterstützung des eigentlichen Eintriebs. Der Moover ersetzt das bisherige manuelle oder passive Treiben durch einen kontinuierlichen, automatisierten Vorschub und schafft damit eine neue technische Lösung, die den Arbeitsablauf strukturiert, den Bediener entlastet und den Eintrieb für Mensch und Tier kontrollierter und vor allem sicherer gestaltet.

Schauer Agrotronic GmbH

Halle 16 | Stand A04

Gerade in Tierwohlställen ist Stroh als Einstreumaterial unverzichtbar. Automatische Einstreuanlagen stellen hier den Stand der Technik dar, wobei die beim Einstreuen entstehende Staubbelastung bisher durch Absauganlagen oder das Einsprühen von Öl direkt in die Buchten reduziert wird. Dabei wird das Problem aber erst nach dem Entstehen behoben. Zudem führen die Verfahren zu hohen Verbräuchen an Öl, einem hohen Reinigungsaufwand oder höheren Investitionskosten.

Die Firma Schauer hat jetzt mit der Strohmatic AERO Dust Control ein neuartiges Verfahren auf den Markt gebracht, das bereits dem Entstehen von Staub weitgehend entgegenwirkt. Durch den zentralen Aufbau wird das Öl nur an einer Stelle, nämlich vor der Aufnahme ins Leitungssystem, und mit sehr geringer Menge auf das Stroh aufgebracht. Zusätzliche Vorratsbehälter über den Buchten und ein weitverzweigtes Leitungsnetz entfallen, sodass der Installationsaufwand auf ein Minimum reduziert werden kann. Eine intelligente Sensorik erkennt den Materialdurchlauf zuverlässig und aktiviert die Ölvernebelung ausschließlich während des Einstreuens.

Mit der Strohmatic AERO Dust Control werden unnötiger Ölverbrauch und ein Verkleben der Anlage wirksam vermieden. Gleiches gilt für klebrige Oberflächen, denn Buchtenwände, Böden und andere Bereiche ohne Einstreu bleiben sauber, was auch die Stallreinigung deutlich erleichtert. Die präzise, bedarfsgerechte Öldosierung senkt den Ölverbrauch und sorgt für eine wirtschaftliche, nachhaltige und effektive Staubbindung.

Das System stellt damit eine wesentliche Weiterentwicklung der bisherigen Einstreusysteme in der Schweinehaltung dar.

SOLOMON Co., Ltd.

Halle 15 | Stand E23

Will man über die Behandlung von Fruchtbarkeitsstörungen oder durch die Verbesserung von Arbeitsabläufen die Befruchtungsrate erhöhen, ist eine Zyklussynchronisation bzw. Ovulationsinduktion ein Mittel der Wahl. Bislang standen hier fast ausschließlich hormonelle Präparate zur Verfügung.

ReproScent der Solomon Co., Ltd. ist eine nicht-invasive, tierartübergreifende Biostimulationstechnologie für Rinder, Schweine und Ziegen. Durch die Verabreichung standardisierter, artspezifischer, flüchtiger Pheromone über Raumdiffusoren oder Sprays soll sie invasive Hormoninjektionen ersetzen. Die Innovation regt auf natürliche Weise die Fortpflanzungsachse an und unterstützt somit die Absicherung hoher Befruchtungsraten. Darüber hinaus können der Behandlungsstress für Tiere und chemische Rückstände vermieden werden.

ReproScent nutzt hierzu artspezifische männliche Pheromone, die auf natürliche Weise eingeatmet werden. In der Folge wird das Vomeronasalorgan (spezialisiertes Sinnesorgan in der Nasenhöhle zur Wahrnehmung chemischer Botenstoffe wie Pheromone) aktiviert, Signalwege im Hypothalamus stimuliert und endogene hormonelle Signale zur Auslösung des Eisprungs ausgelöst. 

Zur Gewährleistung einer standardisierten Exposition erfolgt die Verabreichung über Diffusoren (Blockform oder Befestigung am Halsband) oder Sprays. Die Wirksamkeit bei Rindern zeigt sich in verkürzten Intervallen zwischen Kalbung und Brunst (bis zu -23 Tage) sowie höheren Befruchtungsraten (bis zu +21 Prozentpunkte); bei Schweinen in höheren Befruchtungsraten und mehr lebend geborenen Ferkeln; bei Ziegen in einer schnelleren Wiederaufnahme der Brunst nach der Geburt (um 11 Tage verkürzt).

ReproScent schließt durch den Einsatz flüchtiger männlicher Pheromonanaloga zur Simulation natürlicher Fortpflanzungsreize ohne direkte Hormonverabreichung oder die Notwendigkeit physischen Kontakts mit männlichen Tieren eine Lücke, wodurch sich die reproduktive Biostimulation neu definieren lässt. Weiteren Mehrwert versprechen Entlastungen im Betriebsablauf mit geringerem Aufwand für Fixierung und Injektion von Tieren und den damit verbundenen Arbeitssicherheitsrisiken und Tierschutzaspekten. 

SVEA (HK) LIMITED

Halle 13 | Stand F42

Die Reinigung von Spaltenböden in Rinderställen wird bereits seit einigen Jahren durch den Einsatz von Robotik automatisiert, um eine kontinuierliche Reinigung möglichst aller Bewegungsbereiche sicherzustellen. Dies trägt nicht nur zur Reduzierung des Arbeitsaufwands bei, sondern wirkt auch positiv auf Tierwohl und Tiergesundheit und reduziert darüber hinaus auch die negativen Umweltwirkungen wie Geruchs- und die Ammoniakemissionen aus der Milchviehhaltung.

Bisher orientieren sich die meisten Reinigungsroboter mithilfe von Ultraschallsensoren oder in den Boden eingelassenen Sensoren. Diese Art der Installation ist mit baulichem Aufwand verbunden und beeinträchtigt die Struktur des Bodens.

Der Sveaverken Glide Flo setzt bei der Orientierung hingegen auf moderne LiDAR-Technologie. Mithilfe eines dreidimensionalen Scans erfasst der Roboter seine Umgebung und erstellt eine digitale Karte des Stalls, die ihm zur Orientierung dient. Dadurch kann auf zusätzliche Bodensensoren verzichtet werden.

Da die Umgebung bei jeder Fahrt erneut erfasst wird, profitiert das System von einer verbesserten Hinderniserkennung und einer höheren Genauigkeit bei der Erkennung kleinerer Objekte. Dies erhöht sowohl die Betriebssicherheit als auch die Flexibilität im täglichen Einsatz.

Der Sveaverken Glide Flo stellt damit eine wesentliche Weiterentwicklung gegenüber herkömmlichen Reinigungsrobotern dar und leistet somit einen wichtigen Beitrag zu einer weiteren intelligenten Automatisierung moderner Milch- und Rindviehbetriebe.

UKKÖ Robotics

Halle 17 | Stand D45

Mobile Ställe für Geflügel liegen im Trend. Sie ermöglichen es, Legehennen sowie Masthühnern regelmäßig eine neue Fläche zur Verfügung zu stellen. Eine gleichmäßigere Nutzung des Grünlands verhindert zudem den Eintrag von N und P in tiefere Bodenschichten. Zum Standortwechsel mobiler Ställe ist allerdings bisher der Einsatz eines Traktors oder einer Seilwinde vonnöten, und auch die Anpassung der Lüftung sowie die Bereitstellung von Futter und Wasser sind mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden.

Der ROVABARN SE ist ein Folienstall der Firma UKKÖ Robotics, der mittels einer App nicht nur den Wasser- und Futterverbrauch überwacht, sondern sich auch selbstständig bis zu 20-mal am Tag über die Fläche bewegen kann. Den Hühnern wird damit innerhalb des Stalles ständig eine neue Futterfläche zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig werden hohe punktuelle N- und P-Belastungen über eine wesentlich vergrößerte Eintragsfläche vermieden. Des Weiteren verfügt das System über automatische Klappwände zur Temperaturkontrolle, integrierte Systeme für die Bereitstellung von Futter und Wasser und einen Schutz vor Raubtieren. Vergleichbar mit bisher nur in der Stallhaltung bekannten Systemen hat der Landwirt dabei kontinuierlichen Zugriff auf den Futter-, Wasser- und Energievorrat des Stalls sowie auf eine Analyse von deren Verbräuchen. Erstmals wird so im Mobilstall eine intelligente, datengestützte Herdenüberwachung möglich.

Die Weiterentwicklung des ROVABARN SE verfolgt damit konsequent die Vorteile eines mobilen Stallsystems in der Geflügelhaltung weiter und verbindet dies mit einem hohen Automatisierungsgrad. Sie erfüllt damit die Kriterien für die Verleihung der Silbermedaille in herausragender Weise.

VetVise GmbH

Halle 16 | Stand D23

Bislang basiert die Tierbetreuung maßgeblich auf der persönlichen Wahrnehmung des Landwirts, der den Stall ein- bis zweimal täglich kontrolliert. Ob Probleme frühzeitig erkannt und gelöst werden können, hängt viel von diesen Beobachtungen, den Daten von Fütterungs- und Klimacomputern und der Erfahrung des Betriebsleiters ab. Dabei existiert das zentrale Stallwissen meist ausschließlich im Kopf des Betriebsleiters, der in arbeitsreichen Phasen des Jahres nicht immer verfügbar ist.

Mit dem BarnBuddy von VetVise steht dem Landwirt erstmals ein kamerabasiertes und KI-unterstütztes Herden- und Gesundheitsmanagementsystem für die Tierarten Schwein, Geflügel und Rind zur Verfügung. Das System analysiert Fressverhalten, Aktivität und Verteilung der Tiere und erkennt so mögliche Krankheiten und Klimaprobleme frühzeitig. Kern des BarnBuddy ist ein generativer KI-Assistent, der komplexe Daten mit veterinärmedizinischen und agrarwissenschaftlichen Details verknüpft und lokal in präzise Handlungsempfehlungen übersetzt – und das in 35 Sprachen. Stallcomputer können mit dem BarnBuddy direkt angesteuert werden.

Weil Alarmmeldungen nicht nur ausgegeben, sondern auch bewertet werden, können zeitaufwendige Fahrten in den Stall entfallen, was den Landwirt entlastet.

Der VetVise BarnBuddy ist damit eine wesentliche Technologieverbesserung auf dem Weg zu einer automatisierten Bestands- und Stallkontrolle.

VILOFOSS

Halle 21 | Stand H16

In der Ferkelaufzucht können Futterumstellungen, das Mischen von Futter, eine verminderte Futteraufnahme und ein noch nicht ausgereiftes Magen-Darm-System das mikrobielle Gleichgewicht und die Barrierefunktion des Verdauungsapparats stören.

IN-FORCE S ist ein speziell für die Ferkelaufzucht entwickeltes Produkt, das durch seine synergistische Kombination die Nährstoffverwertung von Ferkeln während der herausfordernden Aufzuchtphase unterstützt.

Es besteht aus stabilisiertem, laurinsäurereichem Öl der Schwarzen Soldatenfliege, aus Hopfen gewonnenen Wirk- bzw. Bitterstoffen und ausgewählten ätherischen Ölen. Die komplementären Lipid- und phytogenen Komponenten können basierend auf einer einzigartigen, praxisorientierten Pulvertechnologie als stabiles und präzise zu dosierendes Produkt in der Praxis sehr gut in Ferkelaufzuchtfutterprogrammen eingesetzt werden. 

In kontrollierten In-vitro-Screenings erzielte das Produkt eine 95-prozentige Keimzahlreduktion im Vergleich zu einer Negativkontrolle. Erste Ergebnisse aus Fütterungsversuchen in der Aufzuchtphase deuten zudem auf eine verbesserte Futterverwertung und ein homogenes Wachstum hin. Dies unterstützt ein integriertes Aufzuchtprogramm und ergänzt gutes Management, Biosicherheit und veterinärmedizinische Maßnahmen.

Mit der Prämierung soll über die Innovation der Kombination der Komponenten hinaus gewürdigt werden, dass vielversprechende neue Einsatzmöglichkeiten der entstehenden Produkte aus alternativen Produktionssystemen wie der Insektenmast aufgezeigt werden. Dies soll gleichzeitig dazu anregen, die angewandte Forschung in diesem Bereich weiter voranzutreiben sowie die Arbeiten zur weiteren Optimierung einer nachhaltigen Nutztierfütterung intensiv fortzusetzen.

Saubere Laufflächen sind die Voraussetzung sowohl für eine gute Trittsicherheit und gesunde Klauen als auch für einen sauberen Arbeitsplatz und reduzierte Umweltwirkungen in der Milchviehhaltung. Zur Steuerung und Orientierung von Robotern ist der Einsatz von LiDAR-Technologie in vielen Bereichen bereits etabliert. Insbesondere bei modernen Saugrobotern im Haushalt wird sie erfolgreich zur Navigation und Kartierung der Umgebung eingesetzt. Mit dem Barn Buggy hat die Firma Wasserbauer diese Technologie nun auf die Anforderungen der Rinderhaltung übertragen und einen innovativen Laufflächenreinigungsroboter für den Stall entwickelt.

Der Barn Buggy erstellt mithilfe der LiDAR-Technologie eine digitale Stallkarte und kann dadurch Reinigungsfahrten gezielt und effizient planen. Neben der regulären Reinigung ermöglicht das System auch eine bedarfsgerechte Intensivreinigung von besonders stark frequentierten Bereichen.

Ein besonderer Vorteil des Systems liegt in seiner intelligenten Hinderniserkennung. Auch kleinere Objekte werden zuverlässig erkannt. Darüber hinaus können für unterschiedliche Stallbereiche individuelle Verhaltensweisen des Roboters definiert werden. So kann der Barn Buggy beispielsweise Hindernisse vorsichtig anfahren und deren Beweglichkeit prüfen oder bereits vor Erreichen eines Hindernisses anhalten. Diese Anpassungsmöglichkeiten erhöhen die Betriebssicherheit und ermöglichen eine optimale Abstimmung auf die jeweiligen Stallbereiche.

Mit seiner intelligenten Navigation, der flexiblen Reinigungsstrategie und den vielseitigen Anpassungsmöglichkeiten stellt der Barn Buggy von Wasserbauer eine deutliche Weiterentwicklung bestehender Laufflächen- und Spaltenreinigungsroboter dar. Er trägt damit wesentlich zur Effizienzsteigerung und Automatisierung moderner Milchviehbetriebe bei.

Automatische Fütterungssysteme halten weltweit zunehmend Einzug in Milchviehbetriebe. Mit dem technologischen Fortschritt wächst auch das Potenzial dieser Systeme kontinuierlich. Sie bieten sowohl für die Tiere als auch für die Betriebe zahlreiche Vorteile, denn die Fütterungsanlage übernimmt den Fütterungsprozess weitgehend selbstständig. Das System entnimmt automatisch die erforderlichen Mengen verschiedener Futtermittel wie Silage, Heu oder Kraftfutter, die in dafür vorgesehenen Lagerbereichen bereitgestellt wurden, mischt daraus die vorgegebene Ration und fährt anschließend autonom in die Stallbereiche, um das Futter entlang des Futtertisches zu verteilen. Durch die häufige Vorlage von frischem Futter steht den Tieren rund um die Uhr eine gleichbleibend hochwertige Ration zur Verfügung. Dies kann die Futteraufnahme fördern und sich positiv auf Tiergesundheit und Milchleistung auswirken. Aufgrund des vergleichsweise geringen Mischvolumens automatischer Futtermischer können zudem mehrere unterschiedliche Rationen auch in kleineren Chargen präzise hergestellt werden.

Bisher arbeiten solche automatischen Fütterungssysteme jedoch ausschließlich auf Grundlage der Einstellungen und Parameter, die zuvor vom Anwender im Steuerungsprogramm hinterlegt wurden. Veränderungen der tatsächlichen Futterqualität während der Futtervorlage können durch die Systeme nicht erfasst und berücksichtigt werden. Mit der Entwicklung und Implementierung eines Trockenmasse-Sensors (TM-Sensor) steht nun erstmals eine Technologie zur Verfügung, die eine kontinuierliche Echtzeitüberwachung eines zentralen Futterqualitätsparameters ermöglicht. Der Sensor bestimmt den Trockenmassegehalt der gesamten Mischration unmittelbar während des Mischvorgangs und liefert damit aktuelle Informationen über die tatsächliche Beschaffenheit des Futters. Die Ermittlung erfolgt über Standardsensoren, die anhand der elektrischen Leitfähigkeit den Trockenmassegehalt zuverlässig berechnen. Die eigentliche Innovation liegt jedoch nicht allein in der Messung, sondern vor allem in der automatischen Reaktion des Systems auf die erfassten Daten. Die gemessenen Werte werden unmittelbar mit den vorgegebenen Sollwerten verglichen. Weicht der Trockenmassegehalt von den Zielwerten ab, reagiert der Fütterungsroboter selbstständig und passt die Wasserzugabe für jede einzelne Mischung automatisch an. Dadurch wird der gewünschte Trockenmassegehalt ohne Eingreifen des Anwenders erreicht.

Mit der Integration des TM-Sensors entwickelt sich das automatische Fütterungssystem somit von einem rein ausführenden System zu einem intelligenten, selbstregelnden Prozess. Erstmals wird nicht nur nach fest vorgegebenen Einstellungen gearbeitet, sondern die tatsächliche Qualität der Futterration in Echtzeit erfasst und aktiv geregelt. Dies ermöglicht eine deutlich höhere Genauigkeit bei der Rationsgestaltung und schafft die Grundlage für eine dauerhaft konstante Futterqualität.

WEDA Dammann & Westerkamp GmbH

Halle 17 | Stand B04

Wartungsarbeiten in den Anmischbehältern oder -tanks von Flüssigfütterungsanlagen waren bislang sehr aufwendig und auch für die handelnde Person nicht ungefährlich, insbesondere durch hohe Bauteilgewichte und weil der Zugang in den Tank in der Regel von oben erfolgte. 

Die von der Firma WEDA Dammann und Westerkamp GmbH neu konzipierte Generation von Anmischbehältern integriert erstmals eine großzügig dimensionierte, druckstabile Wartungsluke im unteren Segment des Anmischbehälters auf Bodenniveau und behebt so eine bislang gravierende Schwachstelle bei der Pflege bzw. beim Service der Anmischtanks. Die Luke des WEDA QEW lässt sich einfach öffnen und ermöglicht so dem Landwirt bzw. seinem Mitarbeiter einen direkten, ebenerdigen Zugriff auf den sensiblen Bodenbereich des Anmischtanks und die Lagereinheit des zentralen Rührwerkes. Parallel wurde das Bodenlager der Rührwerkswelle mechanisch völlig neu konstruiert. Durch eine geteilte spezielle Halterung kann das Lager der Rührwerkswelle nach dem Lösen von Schrauben seitlich herausgezogen werden. Damit entfällt das Anheben der schweren Rührwelle inklusiv der Antriebs- und Getriebemotoreinheit.

Parallel dazu wurde die konische Behälterform optimiert. Mithilfe des angepassten Rührwerks ergibt sich ein wesentlich verbessertes Fließverhalten und eine verbesserte Homogenität des Flüssigfutters. Die Futterkomponenten werden schneller homogenisiert und Ablagerungen an den Behälterwänden effektiv minimiert.

Der Landwirt bzw. seine Mitarbeiter müssen künftig für Reinigungs- und Wartungsarbeiten nicht mehr in den Behälter einsteigen. Damit werden erhebliche Gefahrenpotenziale in der Pflege reduziert. Insbesondere die ergonomischen Erleichterungen durch den Entfall schwerer Überkopf- bzw. Kletterarbeiten überzeugen in diesem Zusammenhang. Mit der WEDA QEW werden Ausfallzeiten der Fütterungsanlage bei Servicearbeiten auf ein Minimum reduziert, was die Versorgungsicherheit der Tiere garantiert.

WEDA Dammann & Westerkamp GmbH

Halle 17 | Stand B04

Mit Hunderten von Tieren bringt die Haltung in Großgruppen spezifische Herausforderungen mit sich. Während eine Sortierung nach Gewicht über aktuell marktverfügbare Sortierschleusen gut abgebildet werden kann, stellt sich eine manuelle Erfassung und Bonitur des Schwanzstatus in der Praxis als extrem zeitaufwendig, fehleranfällig und im laufenden Betrieb kaum lückenlos durchführbar dar.

Mit PigTail von WEDA steht erstmals ein vollautomatisches kamerabasiertes Bildverarbeitungssystem für Sortierschleusen in der Gruppenhaltung von Schweinen zur Verfügung. Hierzu wird die Sortierschleuse um ein visuelles Tierwohl-Diagnosetool ergänzt, bei dem die Tiere von oben von einer Kamera erfasst werden. Durch Vergleich mit den vorher aufgenommenen Bildern per KI wird erkannt, ob ein intakter Ringelschwanz, Anzeichen von Schwanzbeißen oder gar eine Schwanznekrose vorliegen. Mit dieser tierindividuellen Bewertung des Schwanzzustands bei jedem Einzeltierdurchgang steht dem Landwirt erstmal ein echtes Frühwarnsystem gegen Schwanzbeißen zur Verfügung. So kann er sofort Maßnahmen ergreifen und zum Beispiel mehr Beschäftigungsmaterial anbieten oder auch besonders anfällige Tiere separieren, und das bevor ein systematisches Schwanzbeißen in der gesamten Gruppe auftritt.

Da das System die Daten kontinuierlich aggregiert, kann es vor dem Vermarktungstermin auf Knopfdruck die exakte Anzahl der Tiere mit intaktem Ringelschwanz für die Beantragung von Tierwohlprämien liefern.

Die Entwicklung einer kamerabasierten Auswertung des Schwanzstatus stellt damit eine wesentliche Verbesserung für die Schweinehaltung in Großgruppen dar.

Weyparts

Halle 13 | Stand F53

In den meisten viehhaltenden Betrieben erfolgt der Auf- und Abbau mobiler Weidezäune noch überwiegend manuell. Häufig kommen hierbei Elektronetze zum Einsatz, deren Handhabung personalintensiv, körperlich belastend und zeitaufwendig ist. 

Weyparts ist das weltweit erste Zaunbausystem mit patentiertem ATV-Aufbau, das den vollständigen Auf- und Abbau wolfssicherer Litzenzäune in jeweils einem Arbeitsgang durch nur eine Person ermöglicht. Bislang erforderten selbst moderne ATV-Systeme zwei Arbeitskräfte und einen überwiegend manuellen Rückbau.

Die zentrale Neuheit ist der patentierte, linear bodengeführte Ausfädelarm, der die Litzen bei bis zu 12 km/h automatisch aus den Isolatoren löst und dank Anfahrschutz auch in schwierigem Gelände selbstständig in die Arbeitsposition zurückkehrt. 

Zusammen mit dem integrierten Pfahlauszieher entfällt das kraftaufwendige Ziehen von Hand, wodurch Personalbedarf, körperliche Belastung und Arbeitszeit gegenüber den personalintensiven Elektronetzen deutlich sinken. Der Auf- und Abbau erfolgt dabei vollständig von innerhalb der Fläche, wodurch auch nahe der Parzellengrenze gezäunt werden kann.

Mit Weyparts steht damit erstmals eine automatisierte Lösung für den vollständigen Auf- und Abbau wolfssicherer Litzenzäune zur Verfügung – eine deutliche Verbesserung der bisherigen Vorgehensweise.

Wilhelm Kristen GmbH + Co. KG

Halle 12 | Stand D68

Fangfressgitter werden bisher im Kälberbereich ungern genutzt, da die jungen Tiere sich oft sehr schwer damit tun, den Kopf über den Drehpunkt der Schwinge zu heben. Hinzu kommt, dass es dabei zu Verletzungen im frisch enthornten Bereich kommen kann. Trotzdem ist eine kurzzeitige Fixierung der Tiere immer wieder nötig. Einerseits um ein Untersuchen oder Behandeln von kranken Tieren zu ermöglichen, andererseits tränken manche Betriebe am Fressgitter die Milch in Eimern, wobei eine Fixierung der Tiere eine bessere Tierkontrolle ermöglicht sowie ein gegenseitiges Besaugen verhindert. 

Diese Lücke wird nun durch das Fangfressgitter PARAREVO geschlossen. Das PARAREVO ist ein Selbstfanggitter mit Zentralver- und -entriegelung sowie Einzelauslösung. Jedoch wird im Gegensatz zu herkömmlichen Kälber-Selbstfanggittern der Fangmechanismus nicht über eine Schwinge, sondern über zwei parallele Fangstangen an jedem Fressplatz gesteuert. Diese sind miteinander gekoppelt und werden durch eine Feder standardmäßig in Offenstellung gehalten. Das Schließen der Fangstangen erfolgt hinter dem Kopf im Halsbereich, wodurch das Wohlbefinden der Kälber deutlich verbessert wird. Auf diese Weise und da das Schließen des Gitters nicht von der Höhe des Drehpunktes abhängig ist, ermöglicht das Gitter eine schnelle Eingewöhnung und eine frühe Gruppenhaltung – selbst in großen, heterogenen Gruppen oder bei der Gruppenhaltung nach dem Rein-Raus-Prinzip. Speziell in Stresssituationen sorgt das PARAREVO für die notwendige Ruhe. 

Für den Landwirt bedeutet das PARAREVO kürzere Anlernphasen der Kälber an das Gitter, weniger Verdrängungen am Futtertisch sowie seltener gleichzeitiges Einfangen zweier Kälber in einem Fressplatz. Damit werden nicht nur die Sicherheit für Tier und Halter, sondern auch das Wohlbefinden der Kälber während der Futteraufnahme verbessert. Das PARAREVO stellt somit eine wesentliche Weiterentwicklung im Bereich der Fangfressgitter dar.